Kaufnebenkosten

Was sind Kaufnebenkosten?

27. Juli 2023Kaufabschluss

Immobilienkäufer müssen neben dem eigentlichen Kaufpreis der Immobilie auch mit weiteren Kosten rechnen, die als "Kaufnebenkosten" bezeichnet werden. Dazu zählen unter anderem die Grunderwerbssteuer und die Maklerprovision. In diesem Text werden wir uns mit diesen beiden Kostenpunkten beschäftigen und Ihnen aufzeigen, was Sie bei einem Immobilienkauf in Deutschland beachten sollten.

Inhaltsverzeichnis

Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf: Was ist das?

Kaufnebenkosten beim Immobilienkauf sind die Kosten, die zusätzlich zum Kaufpreis der Immobilie anfallen. Diese Kosten können je nach Bundesland und Verkaufsart unterschiedlich ausfallen. Zu den Kaufnebenkosten zählen unter anderem:

  • Grunderwerbssteuer
  • Notarkosten
  • Grundbuchkosten
  • Maklerprovision

Grunderwerbssteuer: Was ist das und wie hoch fällt sie aus?

Die Grunderwerbssteuer ist eine Steuer, die beim Kauf einer Immobilie anfällt. Sie wird von den Bundesländern erhoben und ist somit je nach Bundesland unterschiedlich hoch. Die Grunderwerbssteuer wird auf den Kaufpreis der Immobilie berechnet und ist somit ein prozentualer Anteil des Kaufpreises.

Die Höhe der Grunderwerbssteuer variiert von Bundesland zu Bundesland. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie die Grunderwerbssteuer je Bundesland:

Bundesland Grunderwerbssteuer
Baden-Württemberg 5,0 %
Bayern 3,5 %
Berlin 6,0 %
Brandenburg 6,5 %
Bremen 5,0 %
Hamburg 4,5 %
Hessen 6,0 %
Mecklenburg-Vorp. 5,0 %
Niedersachsen 5,0 %
Nordrhein-Westfalen 6,5 %
Rheinland-Pfalz 5,0 %
Saarland 6,5 %
Sachsen 5,5 %
Sachsen-Anhalt 5,0 %
Schleswig-Holstein 6,5 %
Thüringen 6,5 %

Wie aus der Tabelle ersichtlich ist, gibt es je nach Bundesland große Unterschiede bei der Höhe der Grunderwerbssteuer. In Bayern liegt diese bei 3,5%, während sie in Berlin bei 6,0% liegt. Immobilienkäufer sollten sich daher vorab über die Höhe der Grunderwerbssteuer in ihrem Bundesland informieren.

Die Grunderwerbssteuer ist vom Käufer an das zuständige Finanzamt zu zahlen. Hierzu kommt automatisch eine Zahlungsaufforderung. Erst wenn diese Steuer gezahlt is, wird das Grundbuch umgeschrieben. 

Notarkosten beim Immobilienkauf: Wie hoch sind die Kosten?

Notarkosten entstehen, wenn ein Notar bei einem Rechtsgeschäft involviert ist. Beim Immobilienkauf ist der Notar dazu verpflichtet, den Kaufvertrag zu beurkunden und ihn ins Grundbuch einzutragen. Der Notar ist eine neutrale Person, die die Interessen beider Parteien schützt und dafür sorgt, dass der Kaufvertrag rechtlich einwandfrei ist.

Die Notarkosten setzen sich aus verschiedenen Gebühren und Auslagen zusammen. Zum einen gibt es die gesetzlich vorgeschriebenen Gebühren, die sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) richten. Zum anderen können noch weitere Auslagen anfallen, beispielsweise für Kopien oder Postgebühren.

Eine gute Faustformel ist, mit ca 1,5% - 2% des Kaufpreises an Notarkosten zu rechnen. Die Kosten hängen z.B. davon ab, ob eine Grundschuld mitbestellt werden soll, oder "nu" der Vertrag beglaubigt wird.  Mit Notarkostenrechnern kanst du deine genauen Kosten berechnen. 

Auch wenn der Notar unparteiisch ist und für beide Seite zuständig, so werden die Kosten in der Regel durch den Käufer getragen. 

Wie hoch sind die Grundbuchkosten beim Immobilienkauf?

Für die Eintragung ins Grundbuch gallen unterschiedliche Kosten an. Für einen typischen Immobilienkauf mit Finanzierung sind dies:

  • Eintragung einer Auflassungsvormerkung
  • Löschung einer Auflassungsvormerkung
  • Eintragung einer Grundschuld
  • Eintragung des Eigentümers

Als gute Faustformel kann man mit ca. 0,5% der Kaufsumme rechnen. Diese ist in der Regel vom Käufer zu tragen. 

Maklerprovision beim Immobilienkauf: Wie hoch ist die übliche Provision?

Die Maklerprovision ist die Gebühr, die der Immobilienmakler für seine Dienstleistungen beim Verkauf oder Kauf einer Immobilie erhält. Der Makler ist ein Vermittler zwischen Verkäufer und Käufer und sorgt dafür, dass der Verkauf reibungslos abläuft.

Die Höhe der Maklerprovision ist nicht gesetzlich festgelegt und kann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen. In der Regel beträgt die Provision zwischen 3,57% und 7,14% des Kaufpreises der Immobilie. Im Folgenden findest Du eine Übersicht über die üblichen Maklerprovisionen in den verschiedenen Bundesländern:

Bundesland Übliche Maklerprovision

Baden-Württemberg

7,14 %

Bayern

7,14 %

Berlin

7,14 %

Brandenburg

7,14 %

Bremen

5,95 %

Hamburg

6,25 %

Hessen

5,95 %

Mecklenburg-Vorpommern

5,95 %

Niedersachsen unterschiedlich

Nordrhein-Westfalen

7,14 %

Rheinland-Pfalz

7,14 %

Saarland

7,14 %

Sachsen

7,14 %

Sachsen-Anhalt

7,14 %

Schleswig-Holstein

7,14 %

Thüringen

7,14 %

Es ist jedoch möglich, dass die Maklerprovision in Einzelfällen auch höher oder niedriger ausfällt, je nachdem welche Leistungen der Makler erbringt

Seit dem 23. Dezember 2020 gilt in Deutschland die sogenannte Provisionsteilung. Dies bedeutet, dass sich Käufer und Verkäufer die Provision in der Regel teilen. Es ist auch möglich, dass der Verkäufer die Provision vollständig trägt. Andersherum ist es aber nicht mehr möglich, die Provision vollständig dem Käufer anzulasten. 

 

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