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Wie viel Eigenkapital wird zum Hauskauf benötigt?

16. Januar 2023Eigenheimkauf

Je mehr, desto besser! Denn jeder Euro, welcher als Eigenkapital für den Hauskauf eingebracht wird, reduziert den Finanzierungsbedarf und somit die zu zahlenden Zinsen. Wer die Möglichkeit hat, einen großen Anteil der Hauskosten durch Eigenkapital zu finanzieren, zahlt somit jeden Monat insgesamt weniger Zinsen und kann mehr Geld in Tilgung investieren. Somit macht sich das Einbringen von viel Eigenkapital gleich doppelt bezahlt. Erstens wird die benötigte Kreditsumme zu Hausfinanzierung reduziert und somit muss auf einem geringeren Betrag finden bezahlt werden. Zweitens ist die monatliche Belastung durch Bezahlen der Zinsen geringer und es kann mehr Geld für die Tilgung investiert werden, welches die Kreditlaufzeit verkürzt. Eigenkapital bringt noch einen dritten Vorteil, denn viel Eigenkapital reduziert das Risiko des Kredites für die Bank. Dies belohnen die Bank, bis zu einem gewissen Grad, mit besseren Zinsen auf den gesamten Kredit für den Hauskauf.

Aber wie viel Eigenkapital wird für den Hauskauf benötigt? Der Hauskauf kann bereits mit 0 Euro Eigenkapital durch eine Vollfinanzierung der Bank geschehen. Um jedoch einen guten Zinssatz zu erhalten, sollten zwischen 10 % bis 30 % der Kosten für den Hauskauf durch Eigenkapital erbracht werden.

Bei der Entscheidung, wie viel Eigenkapital für den Hauskauf eingebracht werden soll, kommen eine Vielzahl von Faktoren zusammen, welche nicht pauschal beantwortet werden können. Jeder Faktor ist persönlich zu bewerten und auf die eigene Situation anzupassen. In diesem Artikel haben wir einmal alle Einflussfaktoren zum Thema Eigenkapital für den Hauskauf zusammengefasst. Ließ also unbedingt weiter, um ein gutes Verständnis zu dem Thema Eigenkapital zu erhalten, um für deine Hausfinanzierung die richtige Entscheidung fällen zu können.

Was ist Eigenkapital?

Jede Baufinanzierung und Hauskauf besteht aus zwei Arten von Kapital.

  1. Eigenkapital
  2. Fremdkapital

Als Eigenkapital wird all das Geld bezeichnet, was du selber besitzt und in den geplanten Hausbau oder Hauskauf einbringen kannst. Es handelt sich jedoch um Geld, was du bereits besitzt und den nicht durch Banken oder weite Kreditgeber leihen musst. Im Gegenzug zum Eigenkapital steht das Fremdkapital, welches die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Eigenkapital begleichen muss. In den meisten Fällen kommt das Fremdkapital von einer Bank in Form eines Immobilienkredites und wird sich vom Kreditnehmer geliehen. Hauspreis = Eigenkapital + Fremdkapital

Was zählt als Eigenkapital

Als Eigenkapital zählt all das Vermögen, über welches ein schriftlicher Nachweis erbracht werden kann. Dieser Aspekt des schriftlichen Nachweises ist wichtig, da somit Bargeld nicht in die Berechnung einbezogen wird. Kreditgeber unterscheiden traditionell zwischen drei Formen des Eigenkapitals:

  1. Klassisches Eigenkapital
  2. Zusätzliche Sicherheiten
  3. Eigenleistung

Jede Form des Eigenkapitals, welche vom zukünftigen Hausbesitzer in den Hauskauf eingebracht werden kann, wird sich positiv auf die Höhe des Kredites und die Höhe des Zinssatzes ausüben.

1: Klassisches Eigenkapital

Klassisches Eigenkapital beschreibt jede liquiden Mittel, welche sofort für den Kauf oder Bau des Hauses eingebracht werden können und jederzeit verfügbar sind. In den meisten Fällen ist Eigenkapital erspartes Geld auf Konten wie Sparbüchern oder Tagesgeldkonten. Auch Bausparverträge und Versicherungen werden mit ihrem Gegenwert als Eigenkapital einbezogen. Des Weiteren können auch Geldanlagen, wie Aktien und Wertpapiere in die Berechnung des Eigenkapitals eingebracht werden. Auch hier wird wieder der aktuelle Marktwert als Grundlage genommen. Aktien und Wertpapiere können jedoch nur als klassisches Eigenkapital berechnen werden, wenn der Besitzer bereit ist, diese zu verkaufen und den Erlös für die Finanzierung des Hausbaus zu nutzen. Spezifische Formen der staatlichen Förderungen werden auch von Kreditgebern als klassisches Eigenkapital mit berechnet. Auch private Kredite oder Schenkungen von Freunden, Verwandten und Familie dürfen als Eigenkapital deklariert werden.

2: Zusätzliche Sicherheiten

Je geringer das Risiko für die Bank, desto eher die Bereitschaft zur Finanzierung und das Anbieten günstigerer Zinssätze für den Hauskauf. Wer zusätzliche Sicherheiten als Eigenkapital mitbringen kann, wird die Finanzierungskonditionen positiv beeinflussen. Eine zusätzliche Sicherheit gelten schuldenfreie Immobilien oder Grundstücke, wertvolle Kunstgegenstände, Edelmetalle oder eine Lebensversicherung. Auch Aktienportfolios und Wertpapiere, welche der Hausbauer nicht verkaufen möchte, können als zusätzliche Sicherheit für die Hausfinanzierung dienen.

3: Eigenleistung einbringen

Wer handwerkliches Geschick oder Unterstützung aus dem Freundes- und Bekanntenkreis bei dem Hausbau oder Hauskauf erhält, kann die erbrachte Eigenleistung als Eigenkapital in die Kreditberechnung einbringen. Die Bank berechnet hierzu die erbrachte Stundenzahl und multipliziert die erbrachte Stundenzahl mit dem Gehalt eines Handwerkers. Die meisten Banken erlauben jedoch nur eine Höhe von maximal 30.000 € als Eigenleistung. Regeln über die Höhe und Berechnung von Eigenleistung sind jedoch von Bank zu Bank unterschiedlich und müssen bei jedem Kreditangebot spezifiziert werden. In jedem Fall lohnt es sich aber, den Hammer selber zu schwingen und durch Eigenleistung das Eigenkapital zu erhöhen.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für den Hauskauf

Viele Banken und Kreditinstitute bieten bereits Vollfinanzierungen an. Eine Vollfinanzierung bedeutet, dass der Hauskäufer kein Eigenkapital einbringen muss und den kompletten Hauskauf, oder sogar den Hauspreis plus Kaufnebenkosten, durch Fremdkapital finanziert. Jedoch erhöht sich durch eine Vollfinanzierung das Risiko für die Bank erheblich und die Bank berechnet aus diesem Grund weitaus höhere Zinsen. Wer die Möglichkeit hat, Eigenkapital einzubringen, sollte dies auf jeden Fall tun. Um die richtige Höhe des Eigenkapitals zu berechnen, muss die Zinstreppe verstanden werden. Die Zinstreppe zeigt, wie sich der Zinssatz durch das Einbringen von mehr Eigenkapital reduziert.

Kein Eigenkapital - Zum Hauskauf durch Vollfinanzierung

Auch bei dem Begriff Vollfinanzierung wird erneut zwischen zwei unterschiedlichen Finanzierungen unterschieden. Es gibt die “100 % Finanzierung” und die “110 % Finanzierung” Bei der 100 % Finanzierung wird der gesamte Kaufpreis des Hauses durch den Kreditgeber finanziert und die Kaufnebenkosten von dem Hauskäufer bezahlt. Bei der 110 % Finanzierung übernimmt die Bank auch die Finanzierung der Kaufnebenkosten. Die Finanzierung von 100 % oder sogar 110 % des Hauskaufpreises ist jedoch sehr risikoreich für die Bank. Um ihr Risiko zu minimieren, hat die Bank eine Vielzahl von Anforderungen, die es für Füllungen geht, um eine Vollfinanzierung zu erhalten. Anforderungen an das Haus:

  • Steht in bevorzugter Lage
  • Ist in einem guten Zustand
  • Hat keine großen Mängel
  • Das Haus wird selbst bewohnt

Anforderungen an den Kreditnehmer:

  • Ausgezeichnete Schufa-Score
  • Hohes und gesichertes Gehalt
  • Regelmäßiges Einkommen (selbstständige & Freiberufler haben weniger Chancen)

Die Möglichkeit einer Vollfinanzierung ist somit am wahrscheinlichsten für Personen mit einem festen Arbeitsplatz und einem überdurchschnittlichen Einkommen, welche sich eine einwandfreie Immobilie in einer beliebten Wohngegend zur Eigennutzung kaufen möchten. Doch auch wenn diese Kriterien erfüllt, kann mit erhöhten Zinsen für den Hauskauf durch eine Vollfinanzierung rechnen. Wann immer möglich sollte über das Einbringen von Eigenkapital beim Hauskauf nachgedacht werden. Die Zinstreppe zeigt, wie sich das Einbringen von Eigenkapital positiv auf den Zinssatz auswirkt.

Die Zinstreppe - Mehr Eigenkapital bedeutet geringe Zinsen

Wie wir zwischen verstehen, versuchen Banken ihr Risiko so gering wie möglich zu halten. Immer wenn Banken ein Risiko eingehen, möchten Sie dafür finanziell kompensiert werden. Je höher das Risiko, desto höher die Entschädigung. Einen Hauskauf zu finanzieren, bedeutet immer ein Risiko für die Bank. Kann der Kreditnehmer die monatlichen Raten für Zins und Tilgung nicht mehr aufbringen, erleidet die Bank Verluste. Das gekaufte Haus sicher natürlich einen Großteil des Risikos ab. Dennoch ist die Vergabe des Kredites mit internen Kosten bei der Bank verbunden und verursacht erst einmal Kosten, bevor die Bank zu einem späteren Zeitpunkt an den Zinsen verdienen kann. Auch die Kaufnebenkosten sind nicht durch den Wert des Hauses geschützt. Kommt es zu einer Zwangsversteigerung, erhält die Bank möglicherweise den Kaufpreis des Hauses zurück. Kaufnebenkosten wie Notargebühren oder Maklerprovisionen bleiben jedoch bestehen. Entscheidet sich der Kreditnehmer zum Einbringen von Eigenkapital für den Hauskauf, reduziert er somit das Risiko für die Bank einen Verlust zu erhalten. Je geringer das Risiko für die Bank ist, desto besser wird der gebotene Zinssatz für die Hausfinanzierung ausfallen. Um dieses Verhältnis zwischen Risiko und Zinsen besser darstellen zu können, kommt die Zinstreppe zu Hilfe.

Zinstreppe

Die Zinstreppe spiegelt das Risiko der Bank wider und ist somit ein wichtiger Entscheidungsfaktor der Bank, wenn diese die Entscheidung fällt einen Hauskauf zu begleiten und um die Höhe der Zinsen festzulegen. Durch das Einbringen von Eigenkapital in den Hauskauf reduziert sich das Risiko der Bank und die Bank hat die Möglichkeit dir einen günstigeren Zinssatz anzubieten. wie_viel_eigenkapital_hausfauf.png Die Zinstreppe ist in unterschiedliche Stufen aufgeteilt, welche zeigen, wie durch das Einbringen von Eigenkapital der angebotene Zinssatz sinkt. Jede Bank hat natürlich eigene Messkriterien und unterschiedliche Grenzen, jedoch kann allgemein gesagt werden, dass ich bei jedem Schritt hinunter auf der Zinstreppe der angebotene Zinssatz reduziert. Die Zinstreppe ist aus Sicht der Bank aufgestellt und auf jeder Stufe ist das benötigte Fremdkapital, und somit das Geld der Bank, als Prozentsatz des Hauskaufpreises angegeben. wie_viel_eigenkapital_hausfauf_1.png Bringt der Kreditnehmer Eigenkapital mit ein, reduziert sich das benötigte Fremdkapital der Bank. Der Kreditnehmer klettert auf der Zinstreppe nach unten und hat somit die Möglichkeit einen günstigeren Zinssatz von der Bank angeboten zu kommen bekommen. Steht der Kreditnehmer ganz oben auf der Zinstreppe, benötigt er eine Vollfinanzierung von 100 % des Kaufpreises des Hauses. In diesem Fall liegt das gesamte Finanzierungsrisiko bei der Bank und die Bank wird, falls überhaupt ein Angebot über einen Kredit ausstellt, hohe Zinsen verlangen. Ist der Kreditnehmer jedoch auf der Zinstreppe, durch das Einbringen von 30 % Eigenkapital, auf die 70 % Stufe heruntergeklettert, hat sich das Finanzierungsrisiko für die Bank drastisch reduziert. Sollte jetzt der Kreditnehmer nicht in der Lage sein, den Kredit zu finanzieren, ist es für die Bank unwahrscheinlicher durch eine Zwangsversteigerung Verluste zu erleiden. Mit jedem Schritt auf der Zinstreppe reduziert sich das Risiko für die Bank und der Kreditnehmer wird bis zu einem Eigenanteil von ca. 40 % (60 % Fremdkapital) mit besseren Zinsen von der Bank belohnt. eigenkapital_fuer_den_hauskauf-2.jpg

Welche Vorteile bringt (hohes) Eigenkapital?

Inzwischen dürfte klar sein, dass das Einbringen von Eigenkapital beim Hauskauf oder Hausbau und durchaus vorteilhaft ist. Wir haben bereits durch die Zinstreppe gelernt, dass durch das Einbringen von Eigenkapital bis zu einer Höhe von ca. 40 % des Hauskaufpreises, der Zinssatz, welcher von der Bank angeboten wird, dauerhaft verbessert. Es gibt noch weitere direkte Vorteile sowie Folgevorteile, die sich durch den günstigeren Zinssatz eröffnen.

Felix hat sich dazu entschieden, dass es Zeit ist in die erste eigene Immobilie zu investieren. Er hat eine interessante Eigentumswohnung für 150 000 Euro gefunden. Aufgrund seines hohen Einkommens und stabilen Arbeitsplatzes bietet ihm seine Hausbank eine Vollfinanzierung zu 1,9 % an. Seine Freundin Anna hingegen hat mit der Hilfe von justhome einen Vergleich angestellt und kann Felix einen Optimierungsvorschlag vorstellen. Mit einem Eigenanteil von 15.000 €, was 10 % des Kaufwertes der Wohnung widerspiegelt, ist eine andere Bank bereit Felix einen jährlichen Zinssatz von nur 1,5 % zu gewähren. Felix vergleicht beiden Rechnungen miteinander: Das Angebot von Felix:

  • 100 % Finanzierung durch die Bank
  • 150.000 € Kaufpreis
  • 1,9 % Sollzins
  • 2 % monatliche Tilgung
  • Vertragslaufzeit von 15 Jahren
  • = 487,50 € monatliche Rate

Das Angebot von Anna:

  • 90 % Finanzierung durch die Bank
  • 10 % Eigenanteil
  • 150.000 € Kaufpreis
  • 1,5 % Sollzins
  • 2 % monatliche Tilgung
  • Vertragslaufzeit von 15 Jahren
  • = 393,75 € monatliche Rate Durch das Einbringen von Eigenkapital in Höhe von 10 % ist Felix auf der Zinstreppe nach unten geklettert und hat ein verbessertes Angebot durch die Beratung von justhome erhalten. Felix ist somit in der Lage, monatlich Zinsen zu sparen und hat einen geringeren Finanzierungsbedarf. Dank des verbesserten Angebotes spart Felix monatlich 93,75 €.

Kreditzusage erhalten

Um eine Vollfinanzierung zu erhalten, sind eine Vielzahl von Kriterien zu erfüllen. Durch das Einbringen von Eigenkapital reduziert sich das Risiko der Bank und somit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Bank eine Kreditzusage erteilt und dich beim Kauf oder Bau deiner Immobilie begleitet. Banken sind heutzutage durch geltende Wohnimmobilienkreditrichtlinien dazu verpflichtet, die finanzielle Lage des Kreditnehmers stärker in die Bewertung eines Kreditantrages einfließen zu lassen. Da es viele Banken gibt, erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, ein besseres Angebot zu erhalten oder eine Bank zu finden, welche noch weitere Vorteile bietet.

Geringeres Risiko

Nein, dieses Mal geht es nicht um das Risiko der Bank. Leider ist das Leben unberechenbar und auch für den Kreditnehmer kann sich die Lebenssituation verändern. Somit geht auch der Kreditnehmer ein Risiko ein, wenn er sich für den Kauf eines Hauses entschließt. Sollte es zum Ernstfall kommen (und kein zusätzlicher Versicherungsschutz abgeschlossen worden sein) kommt es zu einer Zwangsversteigerung der Immobilie. Hat der Kreditnehmer Eigenkapital eingebracht, verringert sich das Risiko für den Kreditnehmer, selbst nach der Zwangsversteigerung noch Schulden gegenüber der Bank zu haben.

Geringe Zinsen

Wie bereits anhand der Zinstreppe zu sehen war, verringert sich der Zinssatz durch das Einbringen von Eigenkapital. Somit sind insgesamt geringere Zinsen an die Bank zu zahlen und es wird gleich zweifach an Zinsen gespart. Felix hat ein Haus für 350.000 € incl. Kaufnebenkosten gefunden und denkt nun über Finanzierungsmöglichkeiten nach. Er hat selbst 35.000 Euro gespart und kann diese als Eigenkapital in die Finanzierung einnehmen. Auf justhome.co hat er Kreditanbieter verglichen und ein günstiges Angebot einer Bank erhalten. Die XYZ Bank bietet ihm, bei einer jährlichen Tilgung von 2 %, einen jährlichen Zinssatz von 2,8 % an. Für Felix ergibt sich folgende Rechnung: wie_viel_eigenkapital_hausfauf_2.png Bei einem Zinssatz von 2,8 % pro Jahr auf das benötigte Fremdkapital von 315.000 € muss Felix somit pro Jahr 8.820 € Zinsen an die Bank bezahlen. Monatlich sind dies 735 €. Felix hat jedoch ein Angebot seiner Mutter erhalten. Diese möchte ihn gerne beim Kauf unterstützen und ist bereit, Felix weitere 35.000 Euro zinsfrei zu leihen. Felix denken darüber nach, ob er nur die 35.000 Euro seiner Mutter als Eigenkapital einbringen soll und sein Erspartes weiterhin auf dem Sparbuch lässt oder ob er insgesamt 70.000 € als Eigenkapital in den Hauskauf einbringen möchte. Erneut sucht er auf justhome nach Angeboten für die Kreditfinanzierung, dieses Mal jedoch mit 70.000 € Eigenkapital. Felix erhält erneut von vielen Banken ein Angebot. Da er jedoch auf der Zinstreppe der XYZ Bank nach unten geklettert ist, erhält er auch hier ein verbessertes Angebot von nur noch 2,4 % pro Jahr. Felix errechnet erneut seine monatlichen und jährlichen Kosten für Zinsen: wie_viel_eigenkapital_hausfauf_3.png Bei einem Zinssatz von 2,4 % pro Jahr auf das benötigte Fremdkapital von 280.000 € muss Felix pro Jahr nur noch 6.720 € Zinsen an die Bank bezahlen. Die monatliche Zinsrate ist auf 560 € gesungen. Durch das Einbringen von 20 % Eigenkapital vom Kaufpreis im Vergleich zu nur 10 % Eigenkapital spart Felix 2.100 € pro Jahr!

Schnellere Tilgung

Durch das Einbringen von mehr Eigenkapital reduzieren sich die monatlichen Raten für die Zinsen. Das eingesparte Geld kann der Hauskäufer in die Tilgung seines Kredites investieren und er erhält somit die Möglichkeit seine Tilgungsrate zu erhöhen, ohne dafür seinen Lebensstandard zu verringern. Je höher die Tilgungsrate, desto schneller ist der Kredit beglichen und somit reduzieren sich die gesamten Finanzierungskosten des Hauskaufes.

Felix hatte zu Beginn seines Hauskaufes sein monatliches Finanzierungspotential berechnet.

Felix monatliches Finanzierungspotenzial: wie_viel_eigenkapital_hausfauf_4.png Felix kann sich monatlich 1.300 € für Zins und Tilgung leisten. Durch die Erhöhung des eingebrachten Eigenkapitals auf 20 % muss Felix nur noch 560 € im Monat für Zinsen bezahlen. Dies ermöglicht Felix, seine Tilgungsrate zu erhöhen:

Mögliches Finanzierungspotenzial für die Tilgung = 1.300 € - 560 € = 740 €

Felix beschließt seine Tilgungsrate von 2 % pro Jahr auf 3,2 % pro Jahr zu erhöhen. Wir vergleichen die Aufteilung der monatlichen Rate vor und nach der Erhöhung des Eigenkapitals: wie_viel_eigenkapital_hausfauf_5.png Durch die Erhöhung des Eigenanteils ist Felix in der Lage, seine Tilgungsrate erheblich zu erhöhen und somit seinen Kredit schneller abzubezahlen. Bei einer volljährigen Tilgungsrate von 2 % hätte Felix sein neues Haus erst nach 50 Jahren komplett abbezahlt. Durch die Erhöhung der Tilgungsrate auf 3,2 % pro Jahr ist Felix bereits nach ca. 31 Jahren schuldenfrei.

Durch die Kombination aus geringeren Zinsen und einer kürzeren Laufzeit des Kredites reduziert sich die Gesamtfinanzierungskosten erheblich. Wenn die Möglichkeit für das Einbringen von mehr Eigenkapital besteht, solltest du dies auf jeden Fall mit deinem Bankberater oder deinem Berater von justhome.co in Erwägung ziehen und die genauen Entlastungen und Ersparnisse berechnen.

Justhome Tipp: Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis auf der Zinstreppe erhältst du bei den meisten Banken bei ca. 10 % Eigenanteil. Jedoch wird sich der Zinssatz noch, und so mit deinem Gesamtersparnis, bis zu einem Eigenanteil von ca. 40 % dauerhaft verbessern. eigenkapital_fuer_den_hauskauf-3.jpg

Baukindergeld als Eigenkapital?

Baukindergeld ist kein eigenes Vermögen, sondern eine Förderung der KfW. Das Kinderbaugeld ist eine Unterstützung für Familien, Paare und Alleinerziehende und unterstützt den Erwerb des Eigenheimes. Die aktuellen Richtlinien für das Kinderbaugeld ermöglichen eine Unterstützung von bis zu 12.000 € pro Kind. Wer Anspruch auf Kinderbaugeld hat, sollte ein Kreditvertrag mit Sondertilgungsmöglichkeit abschließen. Das Kinderbaugeld gilt nicht als Eigenkapital, kann jedoch zu einer spürbaren Entlastung führen, wenn es für eine Sondertilgung verwendet wird.

Wie kann Eigenkapital angespart werden

Die hohen Kosten für Immobilien stellen viele motivierte Käufer vor einer Herausforderung. Da es sehr ratsam ist mindestens 10 % Eigenkapital für den Hauskauf mitzubringen, sollte sich frühzeitig auf den Hauskauf vorbereitet und Eigenkapital angespart werden. Die gute Nachricht, es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten das Sparen für den Hauskauf zu beginnen.

Eigenkapital mit dem Bausparvertrag sparen

Mit dem Bausparvertrag sparst du monatlich Geld, welches fest angelegt und dann staatlich unterstützt wird. Während der gesamten Sparzeit werden alle Sparbeiträge und staatlichen Zulagen in den Bausparvertrag eingezahlt. Zusätzlich sind Bausparverträge sehr flexibel und erlauben das Einbringen von zusätzlichen Zahlungen. Erhältst du also ein Geldgeschenk oder einen Bonus, kannst du diesen in den Bausparvertrag mit einem bezahlen. Auch die monatliche Rate ist flexibel und kann jederzeit erhöht werden. Dank der staatlichen Förderung zahlt der Sparer selber nur ca. 50 % der Bausparsumme selbst. Die anderen 50 % kommen als Bauspardarlehen von deiner Bausparkasse.

Das klassische Sparbuch und Sparpläne

Das klassische Sparbuch bietet zwar nur wenig Zinsen, ist aber ein guter erster Schritt, um in jungen Jahren bereits das Sparen anzufangen. Wenn du dir noch nicht ganz sicher bist, ob du dir in der Zukunft ein Haus kaufen möchtest und gerade noch etwas Nachforschung betreibst, kannst du trotzdem bereits anfangen, etwas zu sparen und dieses Kapital später in andere Sparpläne mit besserer Verzinsung einbringen. Etwas längerfristiger sind die Sparpläne von Banken, bei welchem das ersparte Geld für eine feste Laufzeit angelegt wird. Der Anlagezeitraum kann zwischen 3 Jahren bis 20 Jahren betragen. Der Vorteil eines Banksparplans ist, dass bereits zu Beginn des Sparplans der Zinssatz festgelegt wird.

Hauskauf statt privater Altersvorsorge

Die eigene Immobilie ist ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Wer jetzt noch zusätzlich in eine private Rentenversicherung einbezahlt, sorgt doppelt vor. Doch die Einzahlung in die private Altersvorsorge kann vielleicht besser in die eigene Immobilie investiert werden. Ein frühzeitiges Einstellen oder Ruhelegen der Mitgliedsbeiträge für die private Altersvorsorge kann ein weiterer Sparschritt für den Aufbau von Eigenkapital sein. Wenn der Hauskauf bereits kurz bevorsteht, können die Mitgliedsbeiträge für die private Altersvorsorge möglicherweise auch effizienter, für die Erhöhung der monatlichen Tilgungsrate, investiert werden.

Privatkredit für Eigenkapital

Wer die Möglichkeit hat, sich von Freunden oder Familie Geld zu leihen, sollte dies zur Erhöhung des Eigenkapitals in Betracht ziehen. Egal, ob ein zinsloser Kredit oder eine günstigere Rate, das Leihen des Eigenkapitals durch geliehenes Geld hilft bei der Reduzierung des Kredites durch die Bank. Bedenke jedoch bei der Aufstellung deines monatlichen Finanzierungspotentials auch die Raten, welche für das Bezahlen des Privatkredites einzuberechnen.

Justhome Tipp: Aktuell gibt es keine oder nur sehr wenig Zinsen auf Sparbücher. Es sollte mit den eigenen Eltern gesprochen werden, ob Erspartes für den Hauskauf verwendet werden kann. Somit können die Eltern einen kleinen Zinssatz verdienen und du sparst durch das Einbringen von mehr Eigenkapital.

Durch Erbe das Eigenkapital erhöhen

Keine Angst, du brauchst nicht auf das Ableben von Familie zu hoffen, um dein Eigenkapital erhöhen zu können. Doch ein vorgezogenes Erbe bringt 2 relevante finanzielle Vorteile:

  1. Erhöhung des Eigenkapitals für die Baufinanzierung
  2. Eine Schenkung von bis zu 400.000 € ist steuerfrei für jedes Kind alle 10 Jahre.

Sollten deine Eltern über entsprechende finanzielle Mittel verfügen, ist ein vorgezogenes Erbe in Form einer Schenkung durchaus erwägenswert. Somit können Zinsen reduziert werden und mögliche Erbschaftssteuern wir hatten auch reduziert oder fein komplett weg.

Alle Ersparnisse für das Eigenkapital einsetzen?

Auch wenn das erhöhte Einbringen von Eigenkapital Vorteile bringt, sollten nicht alle Reserven aufgebraucht werden. Es kann immer zu unvorhersehbaren und Notfällen auskommen. Geht z.B. das Auto kaputt oder es entsteht ein Schaden an der neuen Immobilie, muss dieser erst am repariert werden, bis der Versicherungsschutz greifen. Es ist deshalb ratsam immer zwei bis drei Monatsgehälter auf die Seite zu legen, um die Baufinanzierung und das Bezahlen der Raten nicht durch kleine, unvorhersehbare Notfälle in Gefahr zu bringen.

Lass dich zum Thema Eigenkapital beraten

Wenn du bis hierhin den Artikel komplett gelesen hast, besitzt du jetzt einen guten Überblick über die Wichtigkeit von Eigenkapital für den Hauskauf. Eigenkapital wirkt sich in vieler Hinsicht auf die Finanzierungsmöglichkeiten aus. Denn Eigenkapital reduziert das Risiko der Bank und Kreditnehmer, die ein geringeres Risikoprofil haben, werden eine Vielzahl von Vorzügen bei der Beantragung von Krediten für den Hauskauf erhalten. Das Einbringen von Eigenkapital für den Hauskauf erhöht die Chance eines Finanzierungsangebotes durch Banken und bietet somit dem Kreditnehmer eine größere Anzahl an Auswahlmöglichkeiten. Des Weiteren belohnen Banken das durch das Eigenkapital verringerte Risiko mit geringeren Kreditzinsen. Das somit monatlich eingesparte Geld, was nicht für das Bezahlen der Zinsen benötigt wird, kann erneut in eine höhere Tilgungsrate investiert werden. Letztlich hat das Einbringen von Eigenkapital dann auf den Vorteil, dass sich die gesamte Kreditlaufzeit und somit die gesamten Finanzierungskosten reduzieren. Das genaue ausrechnen und vergleichen der unterschiedlichen Möglichkeiten, die Höhe der jeweiligen Zinseinsparungen bei unterschiedlichen Höhen von Eigenkapital, den möglichen Einfluss auf die Tilgungsrate und welche der über 200 Banken in Deutschland dir das beste Angebot machen wird, können die Berater von justhome für dich herausfinden. Außerdem gibt es weitere Möglichkeiten, einen besseren Kreditzins zu erhalten und die Hausfinanzierung sicher zu gestalten.
Es ist also auf jeden Fall sehr empfehlenswert dich an einen Berater zuwenden, welcher dich bankenunabhängig berät und dich von dem ersten Überleben des Hauskaufes bis zur Schlüsselübergabe begleitet.